Dreamteams im Interview

Katharina & Willow

Wie lange kennt ihr euch schon?/ Wann ist Willow zu eurer Familie gestoßen?

Ich habe Willow im Frühjahr 2018 kennengelernt. Im Sommer und Herbst 2018 wurden wir dann schon zusammengeführt. Am 13. Dezember 2018 ist Willow schließlich fest bei mir eingezogen. Sie war sozusagen mein Weihnachtsgeschenk. <3

Was macht Willow zu einem besonderen Hund?

Willow ist ein fantastischer Hund. Für mich ist sie der beste Hund auf der ganzen Welt! Sie ist unglaublich sensibel. Sie spürt einfach alles. Jede Anspannung, Unsicherheit, Traurigkeit genauso wie jede Freude, Liebe, Leichtigkeit. Dadurch ist die Kommunikation mit ihr unglaublich fein.

Winzige Bewegungen, Blicke, oft auch nur Gedanken oder minimale Veränderungen der Körperspannung reichen bei ihr. Das ist total schön, weil ich in meiner körperlichen Bewegung stark eingeschränkt bin und weil es sich nach einer tiefen Verbundenheit zwischen uns anfühlt.

Eine weitere besondere Eigenschaft an ihr ist ihre unbedingte Lebensfreude, ihr Enthusiasmus und ihre Offenheit gegenüber allem und dem Leben. Willow ist kein Hund, der nur am Rand steht und zuschaut. Willow ist immer mitten dabei und möchte an allem teilhaben und mitmachen. Für sie gibt es keine halben Sachen. Wenn wir gemeinsam etwas machen, ist sie mit der Aufmerksamkeit voll da und 100 % präsent. Und so ist es mit allen Menschen, Situationen und Dingen. Willow begegnet allem mit einer großen Offenheit, Freude, Interesse und Begeisterung.

Außerdem schätze ich an ihr sehr ihre soziale Verantwortung und ihren Gemeinsinn. Sie will immer mithelfen, sich einbringen, unterstützen. Sie handelt dabei nie für sich, sondern immer für unsere Gemeinschaft und zum Wohle aller Beteiligten und der Sache selbst. Davor habe ich großen Respekt!

Wobei hilft dir Willow?

Willow hilft mir, indem sie alles aufhebt, was herunterfällt. Sie trägt Sachen für mich. Sie bringt Sachen von meinen Assistenten zu mir und umgekehrt. Sie kann Schubladen und Schränke öffnen und schließen und Dinge daraus holen. Sie zieht mir Kleidungsstücke aus. Sie drückt Schalter für mich. Sie holt Hilfe, wenn ich jemanden brauche.

Was macht ihr zwei zusammen am liebsten?

Willow und ich lieben die Natur. Wir sind sehr gerne draußen unterwegs, im Wald und im Sommer auch am Wasser. Willow liebt das Wasser und ist eine absolute Wasserratte! Außerdem machen wir gerne zusammen Dummy. Wir treffen uns gerne mit Freunden und anderen Menschen, die wir in unser Herz geschlossen haben. Die Veranstaltungen, Treffen, Trainings und Nachbetreuungen von VITA sind natürlich auch Highlights für uns. Aber auch gemeinsame Entspannung, Ruhe und Kuscheln genießen wir. Eigentlich machen wir fast alles zusammen gerne - Hauptsache eben wir sind zusammen!

Gibt es eine besondere, außergewöhnliche Geschichte, die uns zeigt wie gut Willow und du zusammenarbeiten?

Da gibt es wahrscheinlich unzählige. Ich erzähle hier einfach einmal von letzter Nacht, weil das gerade bei mir präsent ist. Ich musste letzte Nacht ausnahmsweise auf Toilette gehen. Als ich meinen Assistenten rief, damit er mich von der Toilette wieder ins Bett bringt, hörte er mich nicht. Er hatte sich derweil hingelegt und war ungewollt binnen Minuten wieder eingeschlafen.

Ich rief Willow. Ich rief einfach ihren Namen und sie kam und ging zu meinem Assistenten und weckte ihn. Sie tat das von sich aus, ohne irgendein spezielles Kommando und ohne direkten Kontakt zu mir. Die Badezimmertür war verschlossen und die Lüftung war so laut, dass ich durch die Tür nicht einmal hören konnte, ob sie nun kommt oder nicht. Willow hat die Situation erfasst und eigenständig gehandelt und entschieden, was zu tun ist.

Für mich ist das ein Zeichen von einer guten Zusammenarbeit und einem sensiblen Umgang miteinander. Das finde ich total wichtig und entscheidend. Nicht perfekt und schnell wie ein Roboter irgendwelche Befehle und Kommandos ausführen, sondern in Interaktion sein, aufeinander reagieren, kommunizieren, schauen, was der andere gerade braucht und gemeinsam eine Lösung finden, bei der beide ihre Ideen und Lösungsansätze einbringen können.

Wie seid ihr auf VITA aufmerksam geworden?

Das ist eine gute Frage. Irgendwie war VITA schon immer in meinem Kopf, weil das Thema Assistenzhund ebenfalls schon seit frühen Kindertagen in meinem Kopf war. Im Internet ist man relativ schnell auf VITA Assistenzhunde gestoßen und auch auf mehreren RehaCare Messen in Düsseldorf haben wir den Stand von VITA gesehen und bei den Vorführungen zugeschaut.

Wie sah die Zusammenführung von Willow und dir aus?

Die Zusammenführung hat sich sehr lange gezogen – fast vier Monate. Das lag daran, dass man sich in jeder Woche nur 3-4 Tage sieht und wir uns in einigen Wochen aufgrund von Terminen und anderen äußeren Umständen gar nicht gesehen haben. Solche Pausen verlangsamen den Prozess zusätzlich. Für mich war die Zusammenführung eine sehr emotionale Zeit mit vielen Hochs und Tiefs. Ich bin generell ein sehr sensibler, feinfühliger Mensch. Vielleicht kann man den Prozess mit der Annäherung an einen neuen Lebenspartner vergleichen. Es ist ein vorsichtiges, behutsames Sichheran- Tasten. Es geht auch immer einmal wieder ein paar Schritte rückwärts. Man versucht, sich in den anderen hinein zu fühlen, dessen Lebensgeschichte zu verstehen. Wo steht der andere gerade? Und wo stehe ich? Dabei können natürlich auch eigene Themen zum Vorschein kommen. Die Zeit habe ich sehr lebendig in Erinnerung, mit vielen sehr glücklichen, seligen Momenten und tiefem Berührt-Sein.

Wie hast du Willow gefunden? Durftest du dir deinen Assistenzhund selbst aussuchen?

Ich mochte Willow von Anfang an sehr gerne. Ich mochte ihr Temperament, ihre quirlige und lebendige Art und ihre große Freude und Begeisterung beim Arbeiten. Wenn man das so sagen kann, dann würde ich sagen, dass mir besonders die Hunde der Arbeitslinie gefallen und Willow ist von Kopf bis Fuß ein Arbeitslinien-Hund. Auch mochte ich von Anfang an ihre offene, kontaktfreudige Art und ihre Sensibilität.

Ich habe das nie laut gesagt, aber mein Herz hat nach dem Matching-Termin schon im Besonderen für Willow geschlagen und ich habe gehofft, dass wir zwei zusammenommen. Versteht mich nicht falsch: Jeder Hund ist besonders und toll und hat seine ganz eigenen Stärken, Qualitäten und Fähigkeiten. Auch die anderen Hunde von VITA sind alle einzigartig und jeder auf seine Art etwas ganz Besonderes. Aber dennoch hat mich Willow besonders fasziniert.

Ich habe mir Willow nicht wirklich ausgesucht, sondern die Entscheidung bei Willow selbst und bei Tatjana Kreidler und den Trainern gelassen. Damals konnte ich die Körpersprache und Verhaltensweisen von Hunden noch gar nicht ansatzweise deuten und „den Hund lesen“. Heute sähe das vermutlich etwas anders aus und ich könnte schon besser eine Meinung und ein Gefühl dazu abgeben. Und heute weiß ich auch, dass es im Endeffekt auch das ist, worauf es ankommt: ein Gefühl.

Wie sahen die ersten Tage und Wochen aus, nachdem Willow bei euch eingezogen war? Was war da wichtig für euch beide?

Am Anfang ist alles ganz aufregend. Auf beiden Seiten (Mensch und Hund) bestehen Unsicherheiten. Man muss sich erst aneinander gewöhnen. Da ist ganz viel Zeit und Geduld gefragt. Man sollte meiner Meinung nach in dieser Zeit nicht viel planen, sondern dem Hund erst einmal viel Ruhe und Zeit geben, um anzukommen. Das bedeutet beispielsweise, dass man nicht den ganzen Tag durch die Stadt läuft und tausend verschiedene Menschen trifft. Für den Hund ist ja alles neu: die Gerüche, die Geräusche, die Orte, die Menschen und nicht zuletzt die Haupt-Bezugsperson. Da muss man dem Hund schon etwas Zeit geben, um diese ganzen neuen Eindrücke zu verarbeiten. Stück für Stück kann man dann immer mehr unternehmen und neue Situationen kennenlernen, da die Grundsituation „neues Zuhause“ für den Hund dann schon vertraut ist und sich auch die Bindung und Beziehung zwischen Mensch und Hund weiter vertieft hat.

Für uns war in der Anfangszeit wichtig: sich für alles ganz viel Zeit nehmen, Willow möglichst viel Sicherheit geben, keine Risiken eingehen, viel kuscheln, gemeinsame Aktivitäten und Übungen, die uns beiden Freude bereiten und unsere Beziehung stärken wie zum Beispiel Dummy-Training, viel Geduld.

Auf der anderen Seite ist es gerade am Anfang wichtig, Regeln einzuführen und darauf zu achten, dass sich der Hund daran hält. Lässt man am Anfang alles durchgehen, ist es später viel schwieriger dem Hund beizubringen, dass es Regeln gibt. Daher waren für uns feste Regeln von Anfang an auch sehr wichtig.

Der enge Kontakt zu VITA in der Anfangszeit (tägliche Telefonate) hat uns besonders unterstützt, Sicherheit und Hilfestellung gegeben.

Wie haben deine Freunde und Familie auf Willow reagiert?

Meine Freunde und Familie haben gut auf Willow reagiert. Jeder liebt Willow. Es gibt niemanden, der sie nicht mag. Sie erobert jedes Herz im Sturm! Selbst meine Mutter, die eigentlich große Angst vor Hunden hat, mag Willow und streichelt sie gerne. „Ich mag keine Hunde, aber Willow mag ich.“, heißt es. Viele waren auch begeistert, wie gut sie erzogen ist und dass sie gar nicht auffällt, weil sie sich beispielsweise einfach ruhig dazu legt und nicht die ganze Zeit herumläuft.

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